Liebe Brüder,
wir begleiteten Jesus Christus, unseren Geliebten, an seinem Ostern, wo wir den Triumph der Liebe sahen, hörten und spürten. Indem wir seinen Weg mit ihm gegangen sind, durften wir erfahren, dass Ostern kein isoliertes Ereignis ist, sondern ein Leben in Hingabe.
Ostern verlangt von uns, dass wir uns von allen Ablenkungen zurückziehen, um den Auferstandenen zu betrachten. Dann ist die Wüste nicht mehr nur ein geografischer Ort, sondern wird zu einem Raum des Hörens und der geistlichen Erneuerung. Während wir uns darauf vorbereiten, zu Pfingsten den Heiligen Geist zu empfangen, durchqueren wir die Wüste als innere Stille; doch inmitten der Hypervernetzung und der Unruhe des modernen Lebens können wir nicht umhin, um uns herum den Schmerz und den Tod so vieler Unschuldiger zu sehen, an vielen Orten der Welt, Opfer von Gier, globaler Gleichgültigkeit und menschlicher Bosheit.
Der Geist, der auf die versammelten Apostel herabkam, ist derselbe, der heute mit der gleichen Kraft jeden von uns erfüllt, unsere Trockenheit heilt, unsere kalten Herzen erwärmt und das, was in unserem Dienst erstarrt ist, wieder auf die richtige Bahn lenkt.
An Pfingsten empfangen wir aufs Neue die Fähigkeit zu begreifen, dass Beten Lieben bedeutet und dass Lieben bedeutet, sich hinzugeben, unser Leben einzusetzen, um neues Leben dort zu schaffen, wo es geschwächt oder verkümmert ist. Seien wir gehorsam (hörend) und lassen wir uns in Bewegung bringen vom stürmischen Wind des Heiligen Geistes, der keine Grenzen kennt und uns einlädt – wie unser älterer Bruder Charles de Foucauld – «universelle Brüder» im Herzen der Welt zu sein.
Die «Mystik von Nazareth» lädt uns ein, den digitalen und ideologischen Lärm unserer Zeit zum Schweigen zu bringen und die Auferstehung durch vertrauensvolle Hingabe, Treue in der eucharistischen Anbetung und geschwisterliche Nächstenliebe zu leben. Es bedarf keiner «Heldentaten»; der stürmische Wind des Heiligen Geistes wirkt in uns in der Stille und Anonymität von Nazareth. Möge er in uns jede Mittelmäßigkeit, jeden Stolz und jede Angst verbrennen und nur den einen Wunsch zurücklassen: das Evangelium in der Einfachheit, in der Güte und in der Stille zu leben. Und möge er uns befähigen, so sehr zu lieben, dass die Menschen, wenn sie uns sehen, sagen können: «Wenn der Diener so ist, wie muss dann erst der Meister sein?»
Brüder, lassen wir uns vom Geist Gottes überraschen! Die Gnade des monatlichen Treffens in unseren lokalen Bruderschaften, die Freude der Begegnung unter Brüdern, die gemeinsam ihr Leben reflektieren und die Eucharistie sowie die eucharistische Anbetung feiern, ist für uns der Ort, an dem der Heilige Geist wirkt und die Herzen erfüllt, damit aus unserer Nähe zu Jesus unsere missionarischen Aufgaben hervorgehen
Lasst uns Priester sein, die nach «Schafen riechen», die von Jesus begeistert sind und denen, die er uns auf den Weg schickt, mit tiefer Geschwisterlichkeit begegnen.
Komm, Heiliger Geist! Erfülle unsere Herzen!
P. Carlos Roberto dos Santos
Weltverantwortlicher
📃 PDF: Pfingstbotschaft 2026 DE


