{"id":5050,"date":"2021-01-23T12:10:36","date_gmt":"2021-01-23T11:10:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.iesuscaritas.org\/?p=5050"},"modified":"2021-02-20T09:49:55","modified_gmt":"2021-02-20T08:49:55","slug":"texto-5-el-dialogo-en-el-itinerario-espiritual-del-hermano-carlos-jean-francois-berjonneau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.iesuscaritas.org\/de\/documentos\/texto-5-el-dialogo-en-el-itinerario-espiritual-del-hermano-carlos-jean-francois-berjonneau\/","title":{"rendered":"Text 5. Der Dialog innerhalb des geistlichen Wegs von Bruder Karl"},"content":{"rendered":"<p><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"https:\/\/www.iesuscaritas.org\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/jean-francois-berjonneau.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-5052\" src=\"https:\/\/www.iesuscaritas.org\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/jean-francois-berjonneau-300x224.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"224\" srcset=\"https:\/\/www.iesuscaritas.org\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/jean-francois-berjonneau-300x224.jpg 300w, https:\/\/www.iesuscaritas.org\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/jean-francois-berjonneau.jpg 413w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Jean-Fran\u00e7ois BERJONNEAU, FR<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Dialog innerhalb des geistlichen Wegs von Bruder Karl<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bruder Karl lebte 60 Jahre vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil. Die Vorstellung eines Dialogs zwischen den Religionen, wie wir ihn in der Kirche heute verstehen, war ihm absolut fremd. Obwohl er, wie ich glaube, ein Wegbereiter f\u00fcr die \u00d6ffnung des Konzils hinsichtlich der Weltmission gewesen ist, war das Anliegen eines Dialogs nicht Teil seines Denkens, auch nicht zwischen christlichen und muslimischen Gl\u00e4ubigen. Innerhalb der Theologie seiner Zeit hatte er die fixen Idee, Muslime zu gewinnen, um &#8222;diese unwissenden Seelen&#8220; zu retten, indem er sich m\u00fchte, sie mit Jesus bekannt zu machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Au\u00dferdem lebte er seinen Dienst innerhalb eines konkreten sozio-politischen Kontextes. Damals dehnte Frankreich seine koloniale Herrschaft in Afrika weit aus. Viele waren dabei \u00fcberzeugt, dass Frankreich einen zivilisatorisch pr\u00e4genden Einfluss hatte und dazu das n\u00f6tige Wissen mitbrachte, um die kolonisierten Menschen aus ihrem Elend und ihrer Unwissenheit zu befreien. Das war auch die Sicht Bruder Karls. Folglich war der Islam seiner Zeit f\u00fcr ihn keineswegs eine Religion mit solider Grundlage, mit eigener Geschichte, mit unterschiedlichen Str\u00f6mungen, mit denen sich Christen in einem Dialog auseinandersetzen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Obwohl ihn der Islam zu bestimmten Zeiten seines Lebens ungemein faszinierte und au\u00dferdem die Begegnung mit Muslimen ihn dazu brachte, sich zu bekehren, war er dennoch weit davon entfernt, sich die konziliare Sicht des Islam zu eigen zu machen, dass \u00bbdie Kirche auch die Muslime mit gro\u00dfer Hochachtung betrachtet, da sie den alleinigen Gott anbeten, den lebendigen und in sich Seienden, den Barmherzigen und Allm\u00e4chtigen, den Sch\u00f6pfer des Himmels und der Erde, der zu den Menschen gesprochen hat\u00ab (Nostra Aetate Nr.\u00a03). Er war weit davon entfernt, zugunsten eines Dialogs mit anderen Religionen als Basis in ihnen den &#8222;Samen des g\u00f6ttlichen Wortes&#8220; zu erkennen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dennoch scheint mir Bruder Karl ein Vorl\u00e4ufer des Dialogs zu sein, da er mit den Muslimen, denen er begegnete, insbesondere mit den Tuareg, einen &#8222;Dialog des Lebens&#8220; f\u00fchrte, wie er sp\u00e4ter von Papst Paul VI 1964 in seiner Enzyklika &#8222;Ecclesiam Suam&#8220; als Grundlage eines jeden Dialogs beschrieben wird:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbDie Welt wird nicht von au\u00dfen gerettet. Man muss, wie das menschgewordene Wort Gottes, gewisserma\u00dfen mit den Lebensformen derjenigen eins werden, denen man die Botschaft Christi bringen will; man muss \u2026 die allt\u00e4glichen Umgangsformen annehmen, wenn sie nur menschenw\u00fcrdig und lauter sind, vor allem diejenigen der Kleinsten, wenn man geh\u00f6rt und verstanden werden will. Noch bevor man spricht, muss man auf die Stimme, ja sogar auf das Herz des Menschen h\u00f6ren; \u2026 wir m\u00fcssen Br\u00fcder der Menschen werden; \u2026 das Klima des Dialogs besteht in der Freundschaft\u00ab (Ecclesiam Suam, Nr. 87).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bruder Karl hat seine ganze Energie und einen Gro\u00dfteil seiner Zeit daf\u00fcr eingesetzt, die Sprache der Tuareg zu lernen, unter denen er lebte, er hat sich mit den Leuten \u00fcber die allt\u00e4glichen Dinge unterhalten, er war interessiert an ihrer Poesie und hat so versucht, die sch\u00f6pferischen F\u00e4higkeiten dieses Volkes zu ergr\u00fcnden. Er hat es verstanden, im Gespr\u00e4ch mit seinen Besuchern ein Klima des Vertrauens zu schaffen und f\u00fcr viele ist er zum &#8222;Freund&#8220; geworden. Damit hat er aufgezeigt, dass der Auftrag der Kirche auch darin besteht, Freundschaften aufzubauen durch Respekt gegen\u00fcber andersartigen Zivilisationen oder Religionen. Sp\u00e4ter hat die Kirche dies in vielen L\u00e4ndern unseres Planeten weitergef\u00fchrt, ermutigt durch die \u00d6ffnungen des Zweiten Vatikankonzils.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr uns als Priester der Priestergemeinschaft Jesus Caritas kann man festhalten, dass Bruder Karl uns T\u00fcren f\u00fcr eine Spiritualit\u00e4t des Dialogs ge\u00f6ffnet hat, die uns belebt und ermutigt bei unseren Begegnungen nicht nur mit Muslimen, sondern mit allen Menschen, die nicht unseren Glauben teilen. Dieser Weg eines Dialogs, um den er sich bei den Tuareg bem\u00fchte, hat sich in verschiedene grundlegende Erscheinungsformen entfaltet:<\/p>\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\">Er f\u00fchlte sich gedr\u00e4ngt, in eine ihm fremde Welt einzutauchen &#8211; so wie es Papst Franziskus w\u00fcnscht, &#8222;eine Kirche hinaus an die R\u00e4nder&#8220; zu sein. Er wollte von diesem Volk angenommen werden und einer von ihnen, soweit das m\u00f6glich ist. Das Studium ihrer Sprache wurde ihm zur Mystik, denn dieses Studium lag ganz auf der Linie der Menschwerdung Christi zu denen, die er erl\u00f6sen wollte.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Obwohl es sein gr\u00f6\u00dfter Wunsch war, die Muslime zum christlichen Glauben zu bekehren, hat er nie auch nur den geringsten Druck ausge\u00fcbt, um dieses Ziel zu erreichen. Jederzeit respektierte er ihre Freiheit. Im Jahr 1908 stellte er fest, dass er noch niemanden bekehrt habe, und er folgerte daraus, dass dies offensichtlich nicht der Wille Gottes sei. Dennoch blieb er bei diesem Volk der Tuareg, dem er sich verbunden wei\u00df, einfach, um den eingeschlagenen Weg der Bruderschaft weiterzugehen.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Sein Ziel ist: Bruder des N\u00e4chsten zu werden. In einem Brief an einen Freund charakterisiert er die Art seiner Beziehung zu den Muslimen so: &#8222;Zuerst den Weg bereiten, in aller Stille, durch G\u00fcte, engen Kontakt, als Vorbild, sie vom Grund des Herzens her lieben, alles daran setzen, von ihnen gesch\u00e4tzt und geliebt werden; au\u00dferdem: alle Vorurteile fallen lassen, Vertrauen und Respekt erwerben -das braucht viel Zeit- danach insbesondere mit Bereitwilligen ins Gespr\u00e4ch kommen, sehr vorsichtig, Schritt f\u00fcr Schritt, auf jeden abgestimmt, ihm gebend, was zu empfangen er f\u00e4hig ist.&#8220; Anstatt das Evangelium zu predigen, wollte er durch seine Person selbst zum Evangelium werden. So verstand er seinen Wunsch, &#8222;das Evangelium nicht durch Worte, sondern durch sein ganzes Leben zu verk\u00fcnden&#8220;.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Er orientierte sich daran wie Gott die Muslime sieht, denen er begegnete. So waren sie f\u00fcr ihn nicht &#8222;Ungl\u00e4ubige&#8220;, sondern &#8222;geliebte Br\u00fcder, Kinder Gottes, vom Blut Jesu erl\u00f6ste Seelen, von Jesus geliebte Seelen&#8220;, deren Bruder zu werden sein Wunsch war.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">In ihm zeigt sich das Antlitz einer diakonischen Kirche. Er begn\u00fcgte sich nicht damit, bei ihnen zu leben, sondern er m\u00fchte sich im Rahmen seiner M\u00f6glichkeiten um eine Verbesserung ihrer Lebensqualit\u00e4ten und der Strukturen ihres Landes. Er k\u00e4mpfte gegen die Sklaverei und gegen Krankheiten; in die verarmten Landstriche brachte er Medikamente, neue landwirtschaftliche Techniken und M\u00f6glichkeiten besserer Kontaktaufnahme.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Wann immer m\u00f6glich, \u00f6ffneten sich seine Gespr\u00e4che mit den Muslimen zu Glaubensgespr\u00e4chen. Er war gewiss kein Anh\u00e4nger islamischer Lehren, dennoch sah er einen gemeinsamen Punkt zum christlichen Glauben: das Doppelgebot der Gottes- und der N\u00e4chstenliebe. Auf dieser Grundlage f\u00fchrte er viele Gespr\u00e4che mit seinen muslimischen Freunden und zeigte dabei auf, wie dieses Doppelgebot in den allt\u00e4glichen Begegnungen gelebt werden kann.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Schlie\u00dflich (und das ist kein unbedeutender Gesichtspunkt) hat er das Ostergeheimnis als den K\u00f6nigsweg des Dialogs verstanden. Denn bei seiner best\u00e4ndigen Betrachtung des Lebens Christi in Nazareth, ist er mit ihm den Weg der Erniedrigung, der Armut, des aufmerksamen Hinh\u00f6rens und des Todes seiner eigenen Person gegangen, wenn er anderen begegnete. So hat er durch sein ganzes Leben bezeugt, dass es &#8222;keine gr\u00f6\u00dfere Liebe gibt, als sein Leben f\u00fcr die hinzugeben, die man liebt.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als &#8222;Pionier&#8220; hat er uns aufgezeigt, dass der Lebensdialog ein wesentlicher Bestandteil des Auftrags der Kirche ist.<\/p>\n<p>PDF: <a href=\"https:\/\/www.iesuscaritas.org\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Text-5.-Der-Dialog-innerhalb-des-geistlichen-Wegs-von-Bruder-Karl-de.pdf\">Text 5. Der Dialog innerhalb des geistlichen Wegs von Bruder Karl &#8211; de<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jean-Fran\u00e7ois BERJONNEAU, FR Der Dialog innerhalb des geistlichen Wegs von Bruder Karl Bruder Karl lebte 60 Jahre vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil. 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