{"id":4961,"date":"2020-12-18T19:38:08","date_gmt":"2020-12-18T18:38:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.iesuscaritas.org\/?p=4961"},"modified":"2021-02-20T09:50:56","modified_gmt":"2021-02-20T08:50:56","slug":"texto-3-fundamentos-de-una-espiritualidad-inspirada-por-carlos-de-foucauld","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.iesuscaritas.org\/de\/documentos\/texto-3-fundamentos-de-una-espiritualidad-inspirada-por-carlos-de-foucauld\/","title":{"rendered":"Text 3. GRUNDLAGEN EINER SPIRIRITUALIT\u00c4T NACH CHARLES DE FOUCAULD"},"content":{"rendered":"<p><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"https:\/\/www.iesuscaritas.org\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/honore-savadogo.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-4905\" src=\"https:\/\/www.iesuscaritas.org\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/honore-savadogo-197x300.jpg\" alt=\"\" width=\"197\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.iesuscaritas.org\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/honore-savadogo-197x300.jpg 197w, https:\/\/www.iesuscaritas.org\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/honore-savadogo.jpg 234w\" sizes=\"auto, (max-width: 197px) 100vw, 197px\" \/><\/a>Ab. Nabons-Wend\u00e9 Honor\u00e9 SAVADOGO, Burkina<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Charles de Foucauld &#8222;ist einen Weg der Verwandlung gegangen, bis er sich als Bruder aller M\u00e4nner und Frauen f\u00fchlte. [..] Seine Vision einer Ganzhingabe an Gott fand schlie\u00dflich ihre Verwirklichung in seiner Identifikation mit den Geringsten und den Verlassenen in den Weiten der afrikanischen W\u00fcste.&#8220; (Papst Franziskus in: Fratelli tutti, 286-287)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Vielfalt der geistlichen Familie Foucauld&#8217;s ist imponierend. Man findet in ihr alle St\u00e4nde christlichen Lebens: gl\u00e4ubige Laien, kontemplative oder aktiv wirkende Ordensleute, geweihte Laien, Priester und Bisch\u00f6fe. Sie alle lassen sich von der geistlichen Erfahrung Bruder Karls vielf\u00e4ltig und tief inspirieren; dabei \u00fcbersehen wir oft Nichtchristen und selbst Areligi\u00f6se, die sich von seinen Erfahrungen ansprechen lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Schl\u00fcssel zu dieser alle Grenzen \u00fcberwindenden spirituellen Tiefe ist zuallererst die Treue zum Evangelium. Je mehr einer sein Leben ganz eng ans Evangelium gebunden gestaltet, desto mehr wird er attraktiv und ma\u00dfgebend f\u00fcr andere Christen. \u00dcber diese seine Treue zum Evangelium hinaus geh\u00f6rte Bruder Karl allen St\u00e4nden christlichen Lebens an: dem eines gl\u00e4ubigen Laien, der seinen Glauben zuerst verloren und dann wieder gefunden hat; dem eines kontemplativen M\u00f6nches und Einsiedlers, dem eines Priesters und Ordensmannes, der ganz freigestellt war f\u00fcr seine besondere missionarische Berufung. Die Tiefe seiner geistlichen Erfahrung ist eine Fundgrube f\u00fcr alle, die zu seiner geistlichen Familie geh\u00f6ren. Ihre Elemente d\u00fcrfen nicht fehlen bei einer Nachfolge Jesu, die sich am foucauld&#8217;schen Modell orientiert.<\/p>\n<h2>1. Spiritualit\u00e4t des Herzens: aus Religion wird Liebe<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Liebe und Barmherzigkeit nehmen den ersten Platz ein. Das Herz, Sitz und Symbol der Liebe, ist ein sichtbares Abzeichen Bruder Karls &#8211; und ein zentrales, ganz spezifisches Element seiner Spiritualit\u00e4t. Seit seiner Bekehrung war es sein ausgemachter Wille, sein eigenes Herz dem Herzen Jesus anzugleichen. W\u00e4hrend seines ganzen \u00fcberaus bewegten Lebens hat er alles getan, um sein Herz zu formen und zu weiten, angeregt von der Grenzenlosigkeit des Heiligsten Herzens Jesu. Diese uners\u00e4ttliche Liebe zu Gott und zu den Menschen ist ein Motor f\u00fcr alle unerwarteten Ver\u00e4nderungen seines Lebens. In seinem Gebet l\u00e4sst er nicht nach, Jesus zu bitten, dass sein Reich der Liebe in die Welt komme. Wir kennen gut sein Gebet der Hingabe; dar\u00fcber hinaus gibt noch einen Ruf, der oft \u00fcber seine Lippen kam: \u00bb COR JESU sacratissimum, adveniat Regnum tuum! \u00ab (Allerheiligstes Herz Jesu, dein Reich komme!). Gern bezeichnete er das Herz und die Liebe als Grundlage von Religion und Spiritualit\u00e4t. In der Regel der Gemeinschaft, die er gr\u00fcnden wollte, steht die Aussage, die immer noch gilt f\u00fcr alle, die seinen Weg gehen wollen: &#8222;Seien wir brennend in der Liebe wie das Herz Jesu! \u2026 Lieben wir alle Menschen, da sie geschaffen sind nach dem Ebenbild Gottes! Seien wir wie dieses Herz, das so sehr die Menschen liebte! \u2026 Lieben wir Gott, indem wir seinen Auftrag erf\u00fcllen, die Menschen zu lieben! Ihn allein m\u00fcssen wir um seiner selbst lieben. \u2026 Lieben wir Gott, wie ihn das Herz Jesu liebt, so gut wie nur m\u00f6glich!&#8220; 1 Im Hinblick auf die Liebe war Charles de Foucauld davon \u00fcberzeugt, dass man grenzenlos und ohne jegliche Einschr\u00e4nkung lieben m\u00fcsse. Er dr\u00fcckte das so aus: &#8222;Die Liebe ist die Vollendung; alles kann man \u00fcbertreiben, nicht aber die Liebe; bei der Liebe kann man nie weit genug gehen&#8220; 2.<\/p>\n<h2>2. Die Eucharistie: gefeiert, angebetet, gelebt<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf Charles de Foucauld k\u00f6nnen wir einen bevorzugten Ausdruck des Zweiten Vatikanums anwenden, dass die Eucharistie Quelle und H\u00f6hepunkt einer jeglichen geistlichen Erfahrung ist. Die Gegenwart der Eucharistie ist dabei Grundlage, Pfeiler und unabdingbare Notwendigkeit. So kann man sagen, dass sein Leben zu einer einzigen gelebten Kontemplation der Eucharistie wurde. Auf spiritueller Ebene hat sie alles gepr\u00e4gt, was vom Anfang bis zum Ende zu seinem Leben geh\u00f6rte: seine Bekehrung, sein Gebet, seine Beziehung zu Jesus, den bewegten Werdegang seiner Berufung, seine Pastoral der G\u00fcte, seine universale Bruderschaft, seine missionarische Vision, sein Leben in der Sahara, alle Momente seines Lebens, selbst seinen Tod. \u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man kann nicht ein J\u00fcnger Bruder Karl&#8217;s sein ohne eine wachsende Liebe zu Jesus, der gegenw\u00e4rtig ist in der gefeierten und angebeteten Eucharistie. Trotz seiner bereits sehr gro\u00dfen Verehrung f\u00fcr die Eucharistie fasste er immer weitere Vors\u00e4tze, sie noch mehr zu lieben. Ganz wie er m\u00fcssen auch wir best\u00e4ndig unsere Liebe zur Eucharistie weiten. Diese seine Entschlossenheit m\u00fcssen wir uns zu eigen machen, die er in einer seiner vielen geistlichen Schriften so formuliert hat: &#8222;Immer zu F\u00fc\u00dfen des heiligsten Sakramentes sein, solange nicht der Wille Gottes, also eine wichtige Aufgabe, mich dazu verpflichtet, wo anders hinzugehen. \u2026 &#8211; Nie den Empfang der heiligen Kommunion verpassen, unter keinerlei Vorwand&#8220; 3.<\/p>\n<h2>3. Universale Bruderschaft<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der selige Charles de Foucauld hat in der Eucharistie die Quelle einer universalen Bruderschaft entdeckt. Er hat ganz klar gesehen, dass jeder Mensch auf die eine oder andere Weise ein Glied am eucharistischen Leib Christi ist; daraus hat er die Notwendigkeit abgeleitet, unterschiedslos alle Menschen zu lieben: &#8222;wir m\u00fcssen unterschiedslos alle Menschen lieben, sie sch\u00e4tzen und respektieren, da sie alle Glieder Jesu, Teil von Jesus sind \u2026&#8220; 4. Im Hinblick auf die Eucharistie als das Sakrament, in dem sich die Liebe Gottes am dichtesten manifestiert, ist er davon \u00fcberzeugt, dass ihre Praxis uns zartf\u00fchlend, gut und voller Liebe f\u00fcr alle Menschen macht. Papst Franziskus hat uns mit folgenden Worten Bruder Karl als Vorbild einer gelebten Bruderschaft und universellen Freundschaft empfohlen: Charles de Foucauld &#8222;ist einen Weg der Verwandlung gegangen, bis er sich als Bruder aller M\u00e4nner und Frauen f\u00fchlte. [..] Seine Vision einer Ganzhingabe an Gott fand schlie\u00dflich ihre Verwirklichung in seiner Identifikation mit den Geringsten und den Verlassenen in den Weiten der afrikanischen W\u00fcste.&#8220; (Fratelli tutti, 286-287). Eine unerbittliche Herausforderung f\u00fcr jeden J\u00fcnger Bruder Karls besteht in dieser Formung hin zu einem universalen Bruder, die unerm\u00fcdlich danach strebt, als solcher eine grenzenlose Liebe zu allen M\u00e4nnern und Frauen zu leben.<\/p>\n<h2>4. Liebe zu den \u00c4rmsten<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr Bruder Karl m\u00fcssen die Anbetung und innige Liebe, die wir bei der Feier und in der Anbetung der hl. Eucharistie haben, zur gleichen Ehrfurcht und Z\u00e4rtlichkeit zu den Armen f\u00fchren. Er hatte ein Gesp\u00fcr daf\u00fcr, dass es sich jedes Mal, wenn wir sprechen \u00bb das ist mein Leib, das ist mein Blut \u00ab, um den gleichen Herrn handelt, der im Gleichnis vom Letzten Gericht betont, dass wir alles, was wir dem Geringsten seiner Br\u00fcder getan haben, ihm selbst getan haben. Bei seinen langen Aussetzungen des Allerheiligsten in Beni Abb\u00e8s verlie\u00df er den Tabernakel, um f\u00fcr den Zeit zu haben, der ihn gerade besuchen wollte, denn der gleiche Christus, dem er im Allerheiligsten begegnet, dem begegnet er auch im Armen, der gerade bei ihm vorbeischaut. Um bei den \u00c4rmsten zu sein, um die Entferntesten zu finden, hat er enorme Opfer auf sich genommen: Einsamkeit, Armut, ein ungesichertes Leben, ja sogar die Unm\u00f6glichkeit, die Eucharistie zu feiern.<\/p>\n<h2>5. Anspruchslosigkeit des Lebens: Bu\u00dfe, Demut, Armut, Teilen<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um Jesus nachzuahmen, der mit der Menschwerdung und seinem Kreuzesopfer auf den letzten Platz herabgestiegen ist, hat Charles de Foucauld ein Leben in Erniedrigung und strenger Kasteiung gef\u00fchrt. Selbst wenn er hier und da gezwungen war, diese Abt\u00f6tung zur\u00fcckzustellen, ist er sein ganzes Leben ein gro\u00dfer Asket geblieben. In unserer spirituellen Lebensf\u00fchrung und in der modernen Welt haben Abt\u00f6tung und Bu\u00dfe keinen Platz mehr; doch die Pers\u00f6nlichkeit Bruder Karls erinnert uns best\u00e4ndig an Jesu Einladung, ihm auf seinem Weg in die Erniedrigung zu folgen. Wie kann man vorgeben, zu seiner geistlichen Schule zu geh\u00f6ren ohne eine gewisse Dosis an Bu\u00dfe oder zumindest an Anspruchslosigkeit? Wir haben eine solche Gen\u00fcgsamkeit bitter n\u00f6tig, um der Konsumflut gegensteuern zu k\u00f6nnen, die so sehr die Sch\u00f6nheit der Sch\u00f6pfung verunstaltet und &#8222;Mutter Erde&#8220; zerst\u00f6rt. Eine Spiritualit\u00e4t der Bu\u00dfe und Ernsthaftigkeit ist ein wahrer Kontrapunkt zu allem \u00fcberzogenen Missbrauch der G\u00fcter, die die g\u00f6ttliche Vorsehung uns zur Verf\u00fcgung stellt.<\/p>\n<h2>6. Meditation der Sch\u00f6nheit Gottes in der Natur<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie schon erw\u00e4hnt war das Leben Bruder Karls eine best\u00e4ndige Betrachtung der Gegenwart Jesu in der Eucharistie und der Heiligen Schrift. T\u00e4glich verbrachte er Stunden der Versenkung in Gott, ihn schauend in einem Gebet voller Liebe und Z\u00e4rtlichkeit. Er war jemand, der sich ergreifen l\u00e4sst vom Glanz und der Sch\u00f6nheit der unendlichen Liebe Gottes. Trotz seines intensiven kontemplativen Lebens war Bruder Karl der Natur gegen\u00fcber nicht unempfindlich; in ihr entdeckte er Spuren des Glanzes g\u00f6ttlicher Sch\u00f6nheit. Sein Leben lang hat er sich diesen Sinn f\u00fcr die Sch\u00f6nheit der Sch\u00f6pfung bewahrt. So sagte er einmal: &#8222;Bewundern wir die Sch\u00f6nheiten der Natur, die alle so bezaubernd und gut sind, denn sie sind das Werk Gottes. Sie lassen uns unmittelbar ihren Sch\u00f6pfer bewundern und loben. Wenn die Natur, der Mensch, die Tugend, wenn die Seele so sch\u00f6n ist, wie sch\u00f6n muss dann der sein, dessen Sch\u00f6nheit sich in seinen Werken spiegelt.&#8220; (Meditation sur les psaumes, p. 66 ou: Ch. d. Foucauld, Rencontres \u00e1 themes, Nouvelle Cit\u00e9 2016. Chapitre: beaut\u00e9)<\/p>\n<h2>7. Ein best\u00e4ndiger missionarischer Eifer<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das geistliche Leben Bruder Karls war gepr\u00e4gt von einem unverw\u00fcstlichen missionarischen Eifer. Vom ersten Augenblick an, als er seine Berufung als Missionar des eucharistischen Festmahls f\u00fcr die \u00c4rmsten und Entferntesten entdeckte (heute w\u00fcrde man sagen: f\u00fcr die an den R\u00e4ndern der Welt Lebenden), hat er nicht mehr aufgeh\u00f6rt, f\u00fcr die Mission zu beten und zu arbeiten. Damit das Evangelium bekanntgemacht und verk\u00fcndet wird, war er bereit, alles herzugeben, &#8222;um bis ans Ende der Welt zu gehen und bis zum letzten Tag zu leben 5. Egal, welchem Lebensstand wir angeh\u00f6ren: k\u00f6nnen wir Bruder Karl authentisch folgen ohne den Wunsch, dass das Evangelium und die Eucharistie bis ans Ende der Welt gekannt und geliebt werden?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um zu enden wie wir begonnen haben, lasst uns bekr\u00e4ftigen, dass wir bei Charles de Foucauld einer fast unersch\u00f6pflichen Spiritualit\u00e4t gegen\u00fcber stehen, da sie eng ans Evangelium gebunden ist. Wir haben nur einige wenige fundamentale Elemente seiner spirituellen Erfahrung herausgegriffen. Jeder ist nun selbst gefordert, sich zu hinterfragen nach dem Platz und dem Ausma\u00df, das diese Elemente in seinem pers\u00f6nlichen geistlichen Leben einnehmen. Ihre vertiefende Praxis kann ein Hinweis auf die Echtheit unserer Treue zu diesen geistlichen Erfahrungen Bruder Karls sein.<\/p>\n<p>Ouahigouya (Burkina Faso), Dezember 2020.<br \/>\nAb. Savadogo Nabons-Wend\u00e9 Honor\u00e9<\/p>\n<p>PDF: <a href=\"https:\/\/www.iesuscaritas.org\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Text-3-dt.-Fundamente-der-Spiritualitat.pdf\">Text 3, dt., Fundamente der Spiritualit\u00e4t<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ab. Nabons-Wend\u00e9 Honor\u00e9 SAVADOGO, Burkina Charles de Foucauld &#8222;ist einen Weg der Verwandlung gegangen, bis er sich als Bruder aller M\u00e4nner und Frauen f\u00fchlte. 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