{"id":4494,"date":"2020-04-20T23:12:55","date_gmt":"2020-04-20T21:12:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.iesuscaritas.org\/?p=4494"},"modified":"2020-11-28T09:38:27","modified_gmt":"2020-11-28T08:38:27","slug":"carta-de-pascua-2020-a-todos-los-hermanos-alrededor-del-mundo-eric-lozada","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.iesuscaritas.org\/de\/letters\/cartas-de-eric\/carta-de-pascua-2020-a-todos-los-hermanos-alrededor-del-mundo-eric-lozada\/","title":{"rendered":"Osterbrief 2020 an die br\u00fcder in aller welt. Eric LOZADA"},"content":{"rendered":"<p><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Philippinen, 12. April 2020<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Wenn ich aufwache, bin ich noch bei dir, Halleluja. (vgl. Ps 139,18)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Geliebte Br\u00fcder,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich schreibe euch aus meiner Zelle und bin wie viele von euch in Quarant\u00e4ne. Diese auferlegte Klausur ist eine ausgezeichnete Gelegenheit f\u00fcr die t\u00e4gliche Anbetung, das Meditieren des Evangeliums, den W\u00fcstentag, die Lebensbetrachtung, das Beten f\u00fcr die Welt, besonders f\u00fcr die Armen \u2013 glaubensstark, intensiv und konzentriert. Ein Leben in Zur\u00fcckgezogenheit und im Gebet ist unser bescheidener Akt der N\u00e4chstenliebe an unsere Welt in Zeiten der Pandemie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.iesuscaritas.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/pascua-2020-eric-lozada-01.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-4503\" src=\"https:\/\/www.iesuscaritas.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/pascua-2020-eric-lozada-01-300x201.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"201\" srcset=\"https:\/\/www.iesuscaritas.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/pascua-2020-eric-lozada-01-300x201.jpg 300w, https:\/\/www.iesuscaritas.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/pascua-2020-eric-lozada-01.jpg 523w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Wenn ich aus meinem Fenster schaue, suche ich nach Zeichen neuen Lebens in der Natur. Es ist hier trocken und schw\u00fcl, aber die V\u00f6gel spielen miteinander und singen ihr einzigartiges Repertoire von Liedern, Schmetterlinge fliegen auf der Suche nach Nektar sanft von Blume zu Blume, die B\u00e4ume sind ergr\u00fcnt und spenden Schatten trotz der erdr\u00fcckenden Hitze. Es ist faszinierend zu sehen, auf welche Weise die Natur die Auferstehung verk\u00fcndet. Keine Sorgen, sondern v\u00f6llige Hingabe an Gott, der f\u00fcr sie sorgt. Wir Menschen sollen mittels unseres Verstandes eine h\u00f6here Art sein, aber genau dieser Verstand hat unser Vertrauen in Gott im tagt\u00e4glichen Tun systematisch beiseite gedr\u00e4ngt, sodass wir mehr auf unser egoistisches Denken bauen. Dieses Denken hat Gewalt, Hass und Misstrauen hervorgebracht. Die Auferstehung bietet uns Vergebung, Liebe und Vertrauen an. Die Welt muss ihre Wahl treffen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.iesuscaritas.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/pascua-2020-eric-lozada-02.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4504\" src=\"https:\/\/www.iesuscaritas.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/pascua-2020-eric-lozada-02.jpg\" alt=\"\" width=\"171\" height=\"133\" \/><\/a>Bis 3. Mai gelten versch\u00e4rfte Quarant\u00e4nebestimmungen, aber die Priester haben Genehmigungen f\u00fcr die Aus\u00fcbung liturgischer und karitativer T\u00e4tigkeiten bekommen. Ich habe jeden Tag davon Gebrauch gemacht, um Menschen zu besuchen, die mich gebeten haben, den Sterbenden und den Familien in ihren N\u00f6ten beizustehen, das Gespr\u00e4ch in den Familien zu f\u00f6rdern und jene, die ihre Arbeit verloren haben, mit Nahrungsmitteln und Geld zu unterst\u00fctzen. Jemand hat mich dazu bewegt, den Menschen in ihrer Hilflosigkeit beizustehen, vor allem weil sie nicht in die Kirche gehen k\u00f6nnen, um zu beten. Die Gegenwart Gottes, die sie durch meine Gegenwart erfahren k\u00f6nnen, ist ihnen ein beruhigender Balsam des Trostes. Ich bin jedoch immer besonders bem\u00fcht, die Hygiene- und Distanzvorschriften sorgf\u00e4ltig einzuhalten, um der Gemeinde nicht noch mehr Schaden zuzuf\u00fcgen. Heute Morgen kam mein Freund Lemuel zu meiner Klause, sehr hungrig und abgeh\u00e4rmt, und er bat um etwas zum Essen f\u00fcr seine hungernden vier kleinen Kinder. Lemuel hat seine Arbeit verloren. Als ich ihm ein paar Nahrungsmittel \u00fcbergab, f\u00fchlte ich mich durch seine Freude gesegnet, aber in seinen Augen habe ich auch seine Verunsicherung gesehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach dem Morgengebet heute habe ich einen langen, liebevollen Blick auf die Landkarte an meiner Wand geworfen. Meine Augen waren auf die vier Kontinente Afrika, Asien, Europa und Amerika gerichtet. Das Virus ist wahrhaft ein gro\u00dfer Gleichmacher, denn reiche und arme L\u00e4nder leiden unter demselben Schicksal. Ich sehe die Gesichter von \u00c4rzten, Krankenschwestern, Patienten, ihren Familien vor mir, voller Sorgen und \u00c4ngste und dennoch f\u00fcr das Leben k\u00e4mpfend. (W\u00e4hrend ich diesen Brief schreibe, erreicht mich die Nachricht, dass meine Schwester, die in den USA als Krankenschwester arbeitet, COVID-positiv ist. Ihre Familie ist nun gef\u00e4hrdet.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.iesuscaritas.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/pascua-2020-eric-lozada-03.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4505\" src=\"https:\/\/www.iesuscaritas.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/pascua-2020-eric-lozada-03.jpg\" alt=\"\" width=\"274\" height=\"184\" \/><\/a>Die Welt durchlebt gerade einen Leidensweg. \u00dcberall sehe ich hinter vielen Masken Gesichter voller Hilflosigkeit, Sorge, Furcht, Traurigkeit, Hass, Gewalt. Mir stellt sich die eine Frage: Was ist die Botschaft des auferstandenen Christus an unsere heutige Welt? Worauf m\u00f6chte Gott uns hinweisen? Wohin f\u00fchrt er uns? Hei\u00dft Auferstehung, dass Er uns aus all dem erretten wird? Was ist Gottes Antwort an Sein Volk in der Pandemie? Wie kann die leise Botschaft der Auferstehung inmitten der \u00fcberm\u00e4chtigen Nachrichten von Tod, Leid und Konflikt vernommen werden? Wo sind der Pfad der Hoffnung und das neue Leben in dieser unserer schweren Zeit?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Br\u00fcder, bitte durchleidet mit mir diese Fragen. Ich brauche euch, wir brauchen einander, die Menschen brauchen uns. Auferstehung ist nicht irgendein billiges Vergn\u00fcgen oder ein s\u00fc\u00dfes Geschw\u00e4tz, das uns von unserem Leiden erl\u00f6st. Wir m\u00fcssen unsere Ohren strapazieren und unsere Herzen weitmachen, um die Botschaft zu h\u00f6ren. Wir ringen mit Gott um Antworten, auch wenn seine Antwort in Seinem Schweigen verborgen ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Lekt\u00fcre von Johannes\u2019 Version der Auferstehungserz\u00e4hlung in diesem Jahr ist f\u00fcr mich ein Kairos. Einige Einzelheiten bei Johannes k\u00f6nnen uns dabei helfen, die Botschaft zu sehen und zu verstehen. Da ich in biblischer Hermeneutik nicht so gut bewandert bin, vertraue ich auf eine Betrachtung des Textes im Gebet. Bitte seid nachsichtig, wenn sich das zu naiv anh\u00f6rt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Drei Dinge sind es, die ich gerne herausstreichen m\u00f6chte. Erstens, Johannes spricht davon, dass die Auferstehung \u201eam ersten Tag der Woche, als es noch dunkel war\u201c, geschah. (Joh 20,1a) Die Auferstehung bricht aus dem Urgrund unserer Menschheit und der Welt hervor, hinein in die Dunkelheit der Unwissenheit. Das erinnert an die Genesis, als die Welt finster und formlos war und der Geist \u00fcber dem dunklen Wasser schwebte. Dann sprach Gott: \u201eEs werde Licht. Und es wurde Licht.\u201c (Gen 1,2-3)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.iesuscaritas.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/pascua-2020-eric-lozada-04.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-4506\" src=\"https:\/\/www.iesuscaritas.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/pascua-2020-eric-lozada-04.jpg\" alt=\"\" width=\"186\" height=\"270\" \/><\/a>Heute befindet sich die Welt in der Finsternis der Pandemie. Die Zukunft erscheint vielen noch d\u00fcsterer. Wie sollen die Wirtschaft, die Regierung, die Menschen sich regenerieren? Sind unser strategisches Planen, die optimistischen Vorhersagen, die Suche nach einem Heilmittel gen\u00fcgend Licht, um eine strahlende Zukunft zu erm\u00f6glichen? In der Mitte der \u00e4u\u00dfersten Finsternis, wo das Fundament der Welt zu wanken scheint, bricht Christus, das Licht hervor. K\u00f6nnen wir es sehen? Dieses Sehen entstammt nicht unserer menschlichen Logik, denn dieselbe wird leicht von der Dunkelheit bezwungen. Das Licht kommt vom auferstandenen Christus. Wird Gott uns von diesem \u00dcbel erl\u00f6sen? Keinesfalls, denn das \u00dcbel tut, was es tut. Gott erl\u00f6st. Letztlich best\u00e4rkt er uns in der Tugend, G\u00fcte und Treue, w\u00e4hrend wir durch das \u00dcbel hindurchgehen und leiden, so wie Er es mit Jesus getan hat. Letztendlich sind es Gott und der auferstandene Christus, die alles beherrschen, und nicht das B\u00f6se und Tod. Das ist unser Glaube. Wir m\u00fcssen ganz einfach auf seine Wahrheit vertrauen und Tag f\u00fcr Tag danach leben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zweitens, Johannes betont, dass Maria Magdalena als Erste das offene Grab sah. (Joh 20,1b) Sie war betr\u00fcbt, weil sie das offene Grab noch nicht mit der Auferstehung in Verbindung bringen konnte. Erst nachdem sie geweint hatte, sah sie den Auferstandenen. (vgl. Joh 20,11ff) Das ist eine Einladung an uns, unsere Realit\u00e4t mit sanftem weiblichem Blick zu betrachten \u2013 mit Trauer und mit Tr\u00e4nen. Beide bereiten das Herz auf das wahre Sehen vor. Wir sind \u00fcber vieles in unserer gegenw\u00e4rtigen Wirklichkeit traurig. Wir weinen, weil wir auf die eine oder andere Art Teil dieser verwundeten, zerbrochenen und gewaltt\u00e4tigen Welt sind und weil wir auf vielerlei Weise zu dieser Gewalt und Verwundung beigetragen haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zuletzt, Maria Magdalena hat Petrus und Johannes berichtet, was sie gesehen hat. Petrus und Johannes haben es dann selbst auch gesehen. Petrus hat es gesehen. Johannes hat es gesehen und geglaubt. Sie alle haben aber noch nicht die Bedeutung der Auferstehung begriffen. (vgl. Joh 20,2-9) Diese Stelle l\u00e4dt uns dazu ein, auf der Suche nach neuem Leben einander die Hand zu reichen und als Gemeinschaft von Wahrheitssuchenden den Weg gemeinsam zu gehen. Wir haben ein gemeinsames Bild von der Wirklichkeit, und niemand hat ein Monopol darauf oder verabsolutiert seinen\/ihren Anteil am gro\u00dfen Ganzen. Jeder Einzelne leistet einen Beitrag. Jeder glaubt daran, dass der andere etwas beitragen kann. Die Wahrheit macht uns dem\u00fctig, denn anstatt sie zu besitzen, besitzt sie uns. Sie reicht immer \u00fcber uns hinaus. Deshalb braucht es unser aller Mitwirken. Die Wahrheit ist ein Geschenk, das sich einer aktiven Pilgergemeinschaft offenbart, die voller Hoffnung auf der Suche ist. Leider wird in unserer postmodernen Welt Macht mit Wahrheit verwechselt. So geschieht es, dass man mit seiner eigenen Sichtweise \u00fcberheblich und diese als absolute Wahrheit betrachtet. Das ist dieselbe Mentalit\u00e4t, die Krieg und Gewalt hervorbringt. Die Auferstehung verspricht Frieden und Vergebung. Wir m\u00fcssen unsere Wahl treffen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.iesuscaritas.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/pascua-2020-eric-lozada-05.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-4507\" src=\"https:\/\/www.iesuscaritas.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/pascua-2020-eric-lozada-05-300x150.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/www.iesuscaritas.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/pascua-2020-eric-lozada-05-300x150.jpg 300w, https:\/\/www.iesuscaritas.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/pascua-2020-eric-lozada-05.jpg 318w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Liebe Br\u00fcder, wir werden weiterhin gemeinsam im auferstandenen Herrn die Wahrheit suchen, in der Stille unseres Gebets und in unserem br\u00fcderlichen und missionarischen Engagement. Bruder Charles zeigt uns den Weg vor und begleitet uns auch in unserem Bestreben, Jesus von Nazareth nachzufolgen, allen Menschen ein Bruder zu sein, Nazareth zu leben, bei den Armen zu sein, unser Leben zu betrachten, das Evangelium mit unserem Leben hinauszuschreien, in unserer Mission an die Peripherien wie die Schafe zu riechen, das Evangelium zu leben, bevor wir predigen. Das ist unsere Spiritualit\u00e4t als Di\u00f6zesanpriester in den Fu\u00dfspuren von Bruder Charles. Das ist auch unser Geschenk an unsere Welt und an unsere Kirche. Als ein unverdientes Geschenk m\u00fcssen wir es best\u00e4ndig durch unser Tun erneuen. Hierin sind wir alle Anf\u00e4nger und gemeinsam Ringende, aber wir ermutigen einander, uns immer wieder auf unseren Auftrag zu besinnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.iesuscaritas.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/pascua-2020-eric-lozada-06.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4508\" src=\"https:\/\/www.iesuscaritas.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/pascua-2020-eric-lozada-06.jpg\" alt=\"\" width=\"177\" height=\"285\" \/><\/a>Ich schlie\u00dfe jeden Einzelnen von euch in mein Gebet ein. Bitte betet auch ihr f\u00fcr mich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eric LOZADA<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(Danke an Matthias KEIL die Erleichterung der deutschen \u00dcbersetzung)<\/p>\n<p>PDF: <a href=\"https:\/\/www.iesuscaritas.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Osterbrief-2020-Eric-LOZADA-Weltverantwortlicher-Bruder-deut.pdf\">Osterbrief 2020, Eric LOZADA, Weltverantwortlicher Bruder, deut<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Philippinen, 12. April 2020 Wenn ich aufwache, bin ich noch bei dir, Halleluja. (vgl. 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